Es ist Oktober

Der Herbst beginnt. Die Blätter verabschieden sich von ihrem gewohnten Grün. Es wird kälter. Früh am Morgen wachsen schon die ersten Eisblumen und streifen, in filigraner Art und Weise, ihre Blüten über unsere Autoscheiben aus.
Die ersten Ansätze einer Vorbereitung liegen an. Ich werde leider nicht nach Rotterdam fliegen können, da mir mein Atelier wichtiger erscheint.


Meine Bilder machen sich via DHL auf den Weg, um in Rotterdam für Furore zu sorgen.
Miami ist am Laufen und ich denke, es werden 2 ganz wichtige Ereignisse werden.
Das Jahr 2010 hat eine sehr gute Konstellation der Zahlen. 10 ist die Hälfte von 20. Für mich heißt dies, dass man auf der Hälfte seines Lebensweges das Doppelte an Glück erreichen kann. Die gesammelten Erfahrungen, die kleinen Wölkchen der Leichtigkeit geben einem den Mut und die Kraft, den Nächten Abschnitt zu einem besonderen werden zu lassen.
Es fühlt sich gut an.
Nicht immer war diese Jahr leicht. Rückschläge gehörten dazu und auch menschliche Enttäuschungen.
Die Welt hat sich nicht unbedingt verbessert und die Menschen lieben nach wie vor die Oberflächlichkeit mehr, wie die  Gedanken um wichtige Dinge.


Es entstehen medienwirksame Katzenbergers, welche sich zu einem grotesken Abbild unser Wirklichkeit bei Preisverleihungen vergewaltigen lassen. Ein dummes Lachen hier, ein saublöder Spruch dort und schon wird mit der richtigen Publicity eine Verona geboren, zwar mit blonden Haaren, aber immer hin mit genauso verkommenen und unwichtigen Äußerungen. Es wird geträllert, ohne Stimme, es wird getanzt, ohne dabei Spaß zu empfinden, es wird Kaffee verkauft, ohne Emotionen….aber das Wichtigste der Zeit funktioniert, die Menschen lieben sie, leben sie, vergöttern sie und merken gar nicht, dass sie für gebündeltet TV- Blödheiten ein Haufen bezahlen.
Nun, sitze ich hier, denke über Rainer nach (Name wurde durch die Redaktion geändert), über Nicole (da gilt das Gleiche) und über die Probleme, welche diese beiden Menschen haben.
Mein Herz ist soooo groß. Mit jeden Tag, den ich mit beiden erleben, möchte ich ihnen ein Geschenk machen und trotzdem scheint dies nie angenommen zu werden. Hilfe ist nicht immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen, denn Hilfe ist kein Geschäft. Hilfe bedeutet auch, dass man gibt, sehr viel gibt und nix bekommt oder eben sehr wenig. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie weit er dies kann und will.
Umliegend interessiert es meistens keinen. Meist erkennt es di e Umwelt nicht oder verschließt absichtlich die Augen, denn die Probleme der Anderen, sollen nicht die eigenen Probleme werden.
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Ein weiser Spruch, sehr wahr und zutreffend.
Nur wie viele Menschen kommen überhaupt dort hin, wenn man sie nicht behutsam an die Hand nimmt?!
Selbst dann ist nicht sicher, ob die Besserung das eigentliche Problem löst. Hohe Erwartungen, zu hoher Druck, Leistungsbereitschaft und Leistungsdruck sind das Übel unserer Zeit. Wir kommen unter die Räder und merken es meist nicht oder zu  spät. Niemand muss perfekt sein, denn was wäre der perfekte Mensch? Ein Individuum ohne Träume, Wünsche und Hoffnungen. Perfektion beim Menschen würde ein langweilige,  zeitlose Dauertristesse bedeuten. Wir könnten nicht mehr Glauben und Hoffen, Religion würde zur Bedeutungslosigkeit verdammt sein und die Fanatsie würde keinen Nährboden mehr finden.


Wer will schon einen Mann oder einer Frau, welche makellos schön ist?! Macht uns nicht erst der Leberfleck, die verschieden Augenformen- und Farben, die Falten um den Mund, die Narbe oder die ein oder andere Macke interessant? Sind nicht die Diskussionen, verschiedenen Erfahrungen und Lebenseinstellung Grund genug, um bei einem leckeren Wein einen Abend mit Inhalt zu erfüllen das, was uns den seelischen Frieden und die geistige Ausgeglichenheit am Ende eines Tages gibt?!
Der Sex würde unter perfekten Menschen perfekt sein…schnörkellos und ohne Höhepunkte. Jeder wäre bestrebt, nein jeder könnte die perfekten Höhepunkte erreichen…sehr aufregend, find ich. Ich muss lächeln, denn genau das erforschen, das Herausfinden und Finden des Anderen macht die Liebe und den Liebesakt doch erst so richtig schön, prickelnd und heiß.
Alte Ideale verkommen zur Deformation. Unsere Jugend verlernt alte Qualitäten. Im Zuge der Neuorientierung, im Zuge der Erschliessung von Weltmärkten und Kapitalerhöhungen verwerfen wir unsere Ursprünglichkeit. Wir mutieren nicht, sondern wir vegetieren zurück zum Urbild. Sämtliche Entwicklungsstufen, die wir je erreicht haben, geistiger Fortschritt, Bildung und Erkenntnis, veröden in uns. Das Ende wird durch die brutale Kraft des Stärkeren bestimmt.
Soll denn die Evolution umsonst gewesen sein?


Man sollte sich Gedanken machen, über sich und die Möglichkeiten, die jeder Einzelne in sich trägt und die vor jedem Einzelnen stehen.
Damit schliesst sich wieder mal der Kreis….Selbsterkenntnis, ist der Anfang um einen guten Weg für sich selbst zu finden.

 

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