Himmelstheater

Die morgendliche Sonne streifte meine Haut und trotz meiner Furchen, welche sich mit dem Alter bildeten, erwärmte sie mein ganzes Gesicht.
Ich liebe diese Tanken.

Die Wärme beruhigt meinen Alltag und beschwichtigt die verlorene Zeit, verwandelt sie, wie durch Zauberhand, zur Ruhe.
Sicher werden die nächsten Tage stressig und es wird ganz sicher auch den einen oder anderen Rückschlag geben, aber nur dieser kurze Moment des innehaltenden Aufladens, lässt mich positiv fühlen und denken.
Leise und scheinbar heimlich krauchen die grauen Wolken hervor.
Der Vorhang des Himmelstheaters ist am Entstehen.

Aus der Farbe weiß wird grau. Immer wieder scheinen sie sich zu verwandeln, miteinander zu schmusen und zu tanzen. Sie schmiegen sich an sich, um im nächsten Moment in einem gewaltigen Streit ihre Herkunft zu verschleiern.
Sie wissen genau, beides sind Farben und ohne den Einen kann der Andere nicht.
Versöhnlich gehen sie aufeinander zu, schieben sich übereinander und reiben sich aneinander.
Wenn ich genau hinschaue, blendet mich die Kraft der Sonnen immer noch, selbst durch die Wolken.
Ein einfaches Weiß bekommt damit die Kraft eines grell, glänzenden Silbers.
Es entstehen die verrücktesten Wolkenfiguren.

Ein Schauspiel, welches durch die Töne des Windes, durch die Kraft der Wärme und der Drehung unserer Erde beeinflusst wird.
Nicht klar ist, wer den Regiestuhl besetzt, den Takt angibt.

Immer wieder scheint es der Atem des Herbstwindes zu sein und ganz plötzlich schiebt die Sonne mit ihren Strahlen die Wolken zur Seite, um uns zu erreichen. Ja, sie streift genau in diesem Moment mein Gesicht und lässt mich die Furchen, die Gründe dafür, vergessen.

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