So still

on Freitag, 10 Mai 2013. Posted in La Vida

Der Name sagt es.

Wir haben die erste Woche im August. Es regnet…wieder einmal.

Es ist komisch, wir denken immer, nach so einem Sommer, dass es der beschissenste Sommer war, den es je gab und langsam glaube ich dies sogar. Es regnet und wieder kann der Bagger nicht meine Außenanlagen fertig machen und wieder werde ich mit Schlamm verkleidete Schuhe tragen, die ganze Erde, den Lehm und Ton gleichmäßig in meiner Galerie verteilen.

Ja….so still.

Freitag vergangene Woche fahre ich nach Hause. Niemals, wirklich niemals höre ich Ö3. Meist dudelt FM 4 über den Äther, aber diesmal war es anders. Keine Ahnung wie dieser Blablabladudeldudusender in meiner Radio gekrochen ist und dann stellten sich meine Haare auf. Mitten im Lied, ohne dass ich es jemals vorher gehört hatte. Jupiter Jones – Still. Ein sooo schöner Text, eine so schöne Melodie und ich bin mir sicher, jeder von euch, der es hört, wird sich wieder finden.

Kaum zu Haus, schmeiß ich mein Lappi an und suche. Fündig geworden beschließe ich, den nächsten tag gleich zum Mediamarkt zu fahren, um mir die CD zu kaufen….so bin ich nun mal. Die Leutchen, die mich kennen, wissen dies und müssen wahrscheinlich schmunzeln, weil ich mir den Satz hätte sparen können.

Also steh ich Samstag dort….keine CD weit und breit. Die Verkäufer tauchen alles an, wahrscheinlich weil sie meinen fragenden Blick sehen. Also schleich ich mich in die TV- Abteilung um ihren Umsatzhunger zu wecken. Schwuppdiewupp und schon steht die erste Schmeißfliege bei mir. Feig wie ich bin, frage ich nicht nach der CD sondern lass mich fachgerecht über die technische Verbindung vom Fernseher zur Heimkinoanlage und retour beraten. Nach Bose, LG , Toshiba und wie sie noch alle heißen, sind wir zur Erkenntnis gekommen, dass ich einfach das falsche System habe….übrigens auch beim Mediamarkt gekauft. Was solls, Nase voll, keine Zeit mehr und außerdem muss ich Möbel aufbauen. Gott, dieser Stress….

Am Abend saß ich auf meinem Klapperstuhl auf dem Balkon und sinnierte über das was war, was gerade ist und wohl sein wird. Gepflegt und lässig zutsche ich an meiner Zschig und starte den Versuch Ringe zu ersmoken. Es liest sich vielleicht entspannt, aber ganz ehrlich, eine Woche ist meine große Nachuntersuchung her und ich weiß, dass auch wenn die Ärzte beteuern, dass nix sein kann und der Leberfleck, den sie an meiner Fußsohle gefunden haben harmlos ist, ich trotzdem Angst habe. Im September wird es so weit sein. Sie schnippeln mir das DING aus und dann wird sie wieder nervig, tötend, wütend machend und mich zur Verzweiflung bringend …da sein, die Waaaaaaartererei auf den Befund. Man kann noch so cool sein, das Leben im Griff haben und denken, dass man selbst nicht dran ist. Wenn die Weißkittel einen finden, dann stellt sich das gleiche Gefühl ein, was man ganz am Anfang schon hatte. Tröstend sollte sein, dass wenn sie schon einen finden, es doch wenigstens durch die Berührung meiner lockigen Lieblingsärztin passieren sollte. Pech gehabt. Stattdessen schlüpft eine kleine und unsicher wirkende Weißkittelstudentin durch die Tür. Oh je, was soll das noch werden?! Ich kann es euch sagen. …selbst heute seh und spür ich noch das Resultat…ein Versuchsmäuschen gewesen zu sein. Sie entdeckte IHN und als wenn dies nicht schon genug war, nahm sie mir auch noch Blut ab.

Ein kleiner Pickser , nicht schmerzhaft und ich soll mich nicht so mädchenhaft haben….meinte sie. Ein tiefer Eingriff in meine Privatsphäre, ein stumpfer, grasser Schmerz ist es geworden. Mir schoß durch den Kopf und durch meine Vene, so muss es sein, wenn man im Mittelalter um eine heiße Maid kämpfte und das riesige Schwert des Gegners, des Mitlovers und Konkurrenten im Bauch gerammt bekommt. Selbst am Nachmittag konnte ich den Arm nicht bewegen. Ja, ja…ich hör euch sagen: Memme, Waschlappen, Weichei und die weiblichen Leserinnen werden denken, bring erst einmal ein Kind zur Welt. HAHAhA, lasst euch mal sooooo stechen. Mein ganzer Arm war grün, blau, leicht ins lila gehend, bis hin zu gelb….fast schon regenbogenfärbig. Körperverletzung schwersten Grades…nennt man dies.

Ja, die Ringe sind nix geworden. Der seelische Frieden in weite Ferne gerückt und ich summ es….den Text von Linie 14, der genauso so schön ist und vielleicht fast zu treffender …für Dich (Zitat)

 



Ein bisschen was von allem
Und ein bisschen zu viel Leben
Ich hab viel zu viel genommen
Und so wenig abgegeben
Und mein Spiegelbild sieht traurig aus
es muss mich schließlich täglich sehn
Und ich frag mich, wie hält man das aus
Sich selber nicht mehr zu verstehn
Und dann

Dann steh ich neben mir
Und ich kram in all den Sätzen
Die so schlau klingen, wenn ich's selber nicht mehr bin
Das ist kein Liebeslied
Das ist ein "ich habs verstanden"
Ein "was immer hier passiert, macht endlich Sinn"
Für mich
Und ich warte auf Dich




Mein Gott, was Menschen mit Worten beschreiben und für Emotionen wecken können.


Es ist sooo still, dass ich wirklich den Flügelschlag der Libellen hören kann. Dann ein plätschern und was ich dann erblicke….es lässt mich fassungslos und ganz, ganz leise dasitzen. Kein Mucks kommt aus mir raus. Mein Atem steckt in meiner Lunge fest und fast droht mir die Ohnmacht.

Zwei Biber…in meinem Teich, direkt vor meinem Haus. Ach was sage ich, 5 Meter von meiner Terrasse. Sitzen putzen sich, sie baden, strampeln, schwimmen und sie kuscheln. Ja ihr lest richtig…si kuscheln miteinander. Das gibt’s nicht…wirklich so lieb, so zärtlich und behutsam gehen sie miteinander um und ich bekomme das Gefühl, sie müssen so hingebungsvoll sein, denn sie sind für ein ganzes Leben für einander bestimmt. Ich muss googeln, ob es tatsächlich so ist….bin gespanhnt, ob mich mein Gefühl täuscht oder nicht. Resultat lest ihr beim nächsten Mal..

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